Existential Comics: Philosophie leicht gemacht mit Sartre und Beauvoir

Existential comics

Wer sich mit Philosophie beschäftigen will, muss nicht immer dicke Bücher lesen – ein Comic reicht manchmal auch. Zum Beispiel die Existential Comics von Corey Mohler.

Philosophie ist kompliziert, und Existentialismus sowieso. Wie soll man sich merken, wie genau Sartre den Begriff der „Freiheit“ definiert? Und was meint Beauvoir mit „Doppelsinnigkeit“?

Wie man am besten sein Leben lebt

Gut, dass es Corey Mohler gibt. Seit Ende 2013 veröffentlicht der Amerikaner regelmäßig Comics, die sich philosophischen Themen widmen: Existential Comics. Sein Wissen über Philosophie hat sich Mohler selbst angeeignet, denn eigentlich arbeitet er in der Software-Branche. Er sei, so Mohler, kein Philosophie-Experte, sondern ein „enthusiastischer Amateur“. Der Philosoph, der ihn am meisten beeinflusst hat, ist Jean-Paul Sartre:

Auch wenn ich ihn im Großen und Ganzen nicht als sehr wichtigen Philosophen betrachte, ist es für mich Sartre (der einflussreichste Philosoph, Anm.). Es gibt einen Grund, warum der Comic Existential Comics heißt, und für mich ist Existentialismus gleichbedeutend mit Sartre. Am Ende des Tages wird die wichtigste Philosophie immer die sein, wie man am besten sein Leben lebt, und für mich hat Sartre das am besten drauf.

Existentialistisch Backen mit Beauvoir

Neben Sartre taucht auch Simone de Beauvoir regelmäßig in den Comics auf.

Mal geht sie mit Sartre essen

Sartre's Waiter

 

 

 

 

 

 

 

…mal bäckt sie

Existential cooking

…und mal kämpft sie gegen Immanuel Kant.

Ambiguity woman

Sartres Kellner

Wer die philosophischen Witze und Anspielungen in den Comics nicht so richtig versteht, klickt einfach auf Didn’t get the joke: Unter den meisten Comic gibt es eine kurze Erklärung, welches philosophische Konzept im Comic behandelt wird und warum man darüber lachen kann. So basiert der Comic über Sartre und Beauvoir im Restaurant (Sartre’s Waiter) auf einer Stelle aus Das Sein und das Nichts: Sartre erläutert dort das Konzept der „Unaufrichtigkeit“. Er beschreibt einen Kellner, der nur so tut, als sei er ein Kellner. Er kann nämlich kein „richtiger“ Kellner werden (auch wenn er es versucht), weil er sich letztendlich nur mit den gesellschaftlichen Erwartungen an einen Kellner identifiziert – und dadurch seine Freiheit verliert. So zumindest sieht es Sartre.

Das alles schreibt Corey Mohler in einfacher und verständlicher Frage auf und sagt auch gleich noch, warum ihm bestimmte philosophische Konzepte (z.B. die Sache mit dem Kellner) unlogisch oder unausgegoren erscheinen.

Frauenheld Camus

Angst-Away Glasses

In einem anderen Comic treten Beauvoir und Albert Camus im Verkaufs-Fernsehen auf, um die neue „Angst-Away-Brille“ zu präsentieren. Im Großen und Ganzen geht es um Beauvoirs Feststellung, dass das Leben endlich ist und all unsere Bemühungen, es mit Sinn zu füllen, daran nichts ändern können. Es geht aber auch um Beauvoirs und Camus‘ Verhältnis zueinander: So spielt Corey Mohler auf Camus‘ Umgang mit Frauen an. Denn Camus‘ war zwar verheiratet, aber nicht besonders treu. Insbesondere junge, hübsche Schauspielerinnen hatten es ihm angetan. Im Comic wird auch deutlich, dass Beauvoir etwas auf Camus herabblickte – in Sachen Philosophie konnte Sartre eben niemand das Wasser reichen.

Bilder: Corey Mohler/Existential Comics

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