Claudine Monteil: „Ich möchte ein leidenschaftliches Leben haben wie Simone de Beauvoir“

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Hausbesuch bei Claudine Monteil, die Simone de Beauvoir in den 1960ern kennenlernte und zu ihrer Weggefährtin wurde – und sich auch heute noch durch ihr großes Vorbild inspirieren lässt.

Der Januartag in Paris ist mild und sonnig, eher Frühling als Winter. Nur ein paar Minuten zu Fuß und man ist in der belebten Gegend rund um den Tour Montparnasse, auch der Boulevard Saint-Germain mit seinen berühmten Literaten-Cafés ist in der Nähe. Doch die Straßen rund um den Montparnasse-Friedhof sind ruhig. Jede Ecke hier atmet Simone de Beauvoir: In der Rue Schoelcher, die direkt an den Friedhof grenzt, lebte Beauvoir von 1955 bis zu ihrem Tod 1986. Ihre letzte Ruhestätte fand sie neben ihrem Partner Jean-Paul Sartre, nur wenige Schritte vom Eingang des Friedhofs entfernt.

Ich bin auf dem Weg zu Claudine Monteil, Autorin, Historikerin, ehemalige Diplomatin und Weggefährtin Simone de Beauvoirs. Ihre Wohnung liegt in einer Seitenstraße und Monteil selbst öffnet mir die Tür: eine kleine, zierliche Frau in ihren 60ern, mit auffälliger Brille, pinkem Lippenstift und sorgfältig frisierten, kurzen Haaren. An den Wänden der kleinen, hellen Wohnung, hängen Zeichnungen und Gemälde von Hélène de Beauvoir, Simone de Beauvoirs jüngerer Schwester, mit der Monteil eng befreundet war. Im bunt dekorierten Wohnzimmer springt mit sofort ein großes Gemälde ins Auge: Simone de Beauvoir in einer gelben Bluse, lächelnd. Claudine Monteil bietet mir einen Stuhl an – er stammt aus dem Besitz Hélène de Beauvoirs. Sie selbst nimmt neben einer mürrisch aussehenden Katze auf dem Sofa Platz.

Madame, wann und wie haben Sie Simone de Beauvoir kennengelernt?

Ich werde mit meiner Mutter anfangen. 1949 heiraten meine Mutter und mein Vater – beide sind junge Studenten – und beschließen, sich der wissenschaftlichen Forschung zu widmen. Mein Vater ist Mathematiker, meine Mutter wollte Chemikerin werden. An Stelle eines Hochzeitsgeschenks lädt ein berühmter Mathematiker meine Mutter ein, einen Kaffee mit ihm zu trinken und sagt ihr: „Jetzt werden Sie die wissenschaftliche Forschung aufgeben, um sich ganz ihrem Mann zu widmen, der ein großer Mathematiker werden wird.“

Claudine Monteil ist eine lebendige Erzählerin, die das Gesagte mit dramatischen Gesten und wirkungsvoll eingesetzten Pausen unterstreicht. Oft wechselt sie beim Sprechen in die Gegenwart, wie, um ihre Zuhörerin in die damalige Zeit zu versetzen. Sie kann sich an jedes Detail erinnern.

Wie hat Ihre Mutter darauf reagiert?

Sie hat ihren Kaffee getrunken und gesagt: „Danke für Ihren Rat, den ich nicht befolgen werde.“ Sie war schon mit mir schwanger, es war der Beginn ihrer Schwangerschaft. Am selben Tag geht sie an einem Büchergeschäft vorbei und sieht dort im Schaufenster den ersten Band von Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht, der gerade erschienen ist (In Frankreich wurde das Buch, anders als in Deutschland, in zwei Bänden veröffentlicht, Anm.). Also kauft sie das Buch und sie beschließt, zu kämpfen: Sie würde eine große Wissenschaftlerin werden! Ich bin also im November 1949 geboren, als der zweite Band von Das andere Geschlecht erschien. Als ich Simone de Beauvoir endlich traf, sagte ich deshalb: „So, ich bin ein wenig das Kind des Anderen Geschlechts.“ Simone sagte mir: „Claudine, Sie sind das enfant terrible des Anderen Geschlechts!“ (lacht) Meine schwangere Mutter las Das andere Geschlecht, dann wurde ich geboren und genau 20 Jahre später klingelte ich an Simone de Beauvoirs Tür.

Wie sind Sie mit ihr in Kontakt gekommen?

Ich war sehr aktiv in der 68er Bewegung und dadurch habe ich Jean-Paul Sartre getroffen. Er war aktiv in der linken Bewegung nach 68, die sehr misogyn war, sehr macho. Deshalb haben viele Frauen die Studentenbewegung verlassen und die Bewegung für die Befreiung der Frauen (Mouvement pour la Libération des Femmes, MLF) wurde gegründet.

Die mürrisch aussehende Katze findet offenbar, dass ich als Besucherin zu viel Aufmerksamkeit bekomme. Sie gibt unwillige Laute von sich und Claudine Monteil fängt an, sie zu kraulen. Unser Interview wird nun begleitet von wohligem Schnurren.

Wie sah Ihre Rolle im MLF aus?

Ich arbeitete mit Fabrikarbeiterinnen zusammen, es gab eine Gruppe zum consciousness raising. Ich stand jeden Morgen um sechs Uhr früh auf, um in den Fabriken Flugblätter zu verteilen. Simone de Beauvoir hörte über Jean-Paul Sartre von mir. Und sie lud mich ein: Es gab eine kleine Gruppe von Frauen, die sich jeden Sonntagnachmittag bei Simone de Beauvoir traf. Zu diesem Zeitpunkt war ich 20 Jahre alt – ich war die Jüngste in der Gruppe. Außer mir waren da unter anderem noch Alice Schwarzer, die Schauspielerin Delphine Seyrig und die Anwältin Gisèle Halimi.

Sie hatten also eine Einladung zum Treffen von Beauvoirs kleiner Gruppe. Wie war Ihr erstes Zusammentreffen mit dieser berühmten Feministin und Autorin?

Simone de Beauvoirs Wohnung war ein Maleratelier, sehr groß und hell. Und es gab Regale mit hunderten von Puppen aus der ganzen Welt. Das waren schöne Puppen, aber… Wenn man ankam, fixierten einen die Augen dieser Puppen! Man war sowieso schon eingeschüchtert vom Gedanken, Simone de Beauvoir zu treffen, und dann auch noch diese Puppen. Zur damaligen Zeit war Beauvoir eine celebrity! Vor dem Treffen hatte man mir eingeschärft, ich solle pünktlich um fünf Uhr kommen, denn Simone de Beauvoir hasste Unpünktlichkeit. Also bin ich um fünf vor fünf vor ihrem Haus. Ich warte, und um exakt fünf Uhr klingele ich. Simone de Beauvoir öffnet die Tür. Sie ist das Idol meines Lebens, das Idol meiner Mutter, mein Herz schlägt. Sie ist 62, also 42 Jahre älter als ich. Das Erste, was sie sagt, ist: „Sie sind zu spät!“

Claudine Monteil beugt sich vor und breitet dramatisch die Arme aus. Sie lacht.

Welch eine Begrüßung!

Ich gucke auf meine Uhr (tut so, als würde sie auf ihre Armbanduhr gucken) und sage: „Entschuldigen Sie, Madame, aber ich bin pünktlich!“ Sie antwortet: „Aber schauen Sie auf meine Uhr, es ist sieben Minuten nach fünf.“ Tja, die anderen Frauen aus der Gruppe hatten vergessen mir zu sagen, dass ihre Uhr sieben Minuten vorging…

Wie ging es nach diesem Vorfall weiter?

Zu dem Zeitpunkt ist das Ganze bereits riesiges ein Desaster für mich. Also beschließe ich, mich hinzusetzen – es ist noch ein Platz auf dem Sofa frei. Ich setze mich und fühle hinter mir etwas Hartes. Ich bin also dabei, mich auf etwas draufzusetzen: eine wunderschöne Holztafel, die eine ägyptische Maske darstellt. Simone de Beauvoir sagt: „Ah ja, das ist ein Geschenk von Nasser (Gamal Abdel Nasser, ägyptischer Offizier und Ministerpräsident, Anm.), es ist 3 Millionen Jahre alt.“ war Das ist also die Geschichte, wie ich fast ein Millionen Jahre altes Geschenk von Nasser zerstört hätte.

Beim Gedanken an diesen Vorfall lacht Claudine Monteil laut auf. Die gerade noch verhinderte Zerstörung eines teuren Kunstwerks, und das auch noch beobachtet von hunderten bedrohlicher Puppenaugen.

Sie hatten wirklich kein Glück…

Danach sage ich mir: Jetzt setze ich mich hin, werde ruhig sein und Simone de Beauvoir zuhören. Und in dem Moment dreht sie sich zu mir und sagt: „Nun, was schlagen Sie für die Abtreibungskampagne vor?“ Simone de Beauvoir hatte eine außergewöhnliche Stärke, und zwar, dass sie mit allen auf Augenhöhe sprach. Sie liebte es, mit anderen zu diskutieren und ihnen zuzuhören. Aber: Da sie einen sehr schnellen Geist hatte – und auch sehr schnell sprach – musste man genauso schnell sprechen wie sie. Wenn man nicht so schnell antwortete wie sie, war’s das. Man interessierte sie nicht mehr. Eine richtige challenge, eine Herausforderung!

Und, haben Sie schnell genug reagiert?

Natürlich! Ich war Teil der 68er Generation, wir liebten es, zu reden! Es war toll, dass Simone de Beauvoir uns zuhörte, wir mit ihr diskutieren konnten. Das ging auf ihren Vater zurück. Beauvoirs Eltern hatten zwei Töchter, Simone und Hélène. Und so sprach der Vater Georges de Beauvoir, Spross einer alten aristokratischen Familie, mit Simone, als sei sie sein Sohn. Er sprach mit ihr von gleich zu gleich und sie hat während ihres ganzen Lebens das Gleiche gemacht.

Meine Frage scheint Claudine Monteil zu amüsieren – wer 25 Jahre lang mit Simone de Beauvoir befreundet war, musste in der Tat schnell reagieren können. Wie konnte ich etwas anderes erwarten!

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Das Gemälde in Claudine Monteils Wohnzimmer stammt von Hélène de Beauvoir

Sie haben auch Hélène de Beauvoir getroffen, die jüngere Schwester Simone de Beauvoirs. Wie kam es dazu?

Ich habe sie nicht sofort getroffen, weil Simone de Beauvoir sehr geheimnistuerisch war, wenn es um ihre Schwester ging. Unter uns, in der Frauengruppe, nannten wir Hélène „Totem und Tabu“. Simone de Beauvoir war nämlich trotz allem sehr einschüchternd, man konnte sie nicht einfach fragen: „Kannst du uns nicht mal Hélène vorstellen?“ Das war nicht möglich!

Trotzdem kam es zu einer ersten Begegnung.

Eines Tages sage ich zu Simone de Beauvoir: „Ich werde in Straßburg das Haus für misshandelte Frauen (Foyer des femmes battues) eröffnen.“ Simone guckt komisch und antwortet: „Nun, wenn Sie nach Straßburg fahren, würde meine Schwester Sie dort gerne treffen.“ Ein Wunder! (Hélène de Beauvoirs Mann Lionel de Roulet arbeitete damals für den Europarat in Straßburg, Anm.) Simone sagt mir auch: „Hélène möchte sich dem MLF anschließen.“ Ich finde das toll, aber Simone scheint nicht besonders erfreut. Also fahre ich nach Straßburg und treffe Hélène de Beauvoir.

Wie war es?

Wissen Sie, den coup de foudre, die Liebe auf den ersten Blick, gibt es eben nicht nur in der Liebe, sondern auch in der Freundschaft. Und bei mir und Hélène war es der coup de foudre der Freundschaft. Als ich nach Paris zurückkomme, will Simone wissen, wie alles gelaufen ist, die Einweihung und das Wochenende mit ihrer Schwester. Ich erzähle ihr, dass Hélène Präsidentin des Hauses für misshandelte Frauen ist, und sie sagt: „Das erstaunt mich nicht, aber ich bin nicht erfreut. Jetzt wird sie behaupten, dass sie vor mir Feministin war.“ Sie wirft ihrer jüngeren Schwester vor, sie zu kopieren, dasselbe zu machen wie sie. Das war ein bisschen ungerecht. Aber Simone war eben die Ältere und Hélène die Kleine. Wie dem auch sei, Hélène wurde meine Freundin und wohnte immer bei mir, wenn sie nach Paris kam.

Tatsächlich wird Hélène de Beauvoir in ihren Memoiren später schreiben: „Ohne mir dessen bewusst zu sein, war meine Lebenseinstellung die einer Feministin. Und Feministin war ich schon lange vor meiner Schwester.“

Sie haben Die Schwestern Beauvoir geschrieben, eine Art Doppelbiografie von Simone und Hélène de Beauvoir. Wie kam es dazu?

Das war ganz simpel. Ich stand Simone de Beauvoir sehr nahe, aber noch mehr Hélène – und das ganze 25 Jahre lang. Ich habe viele Wochenenden im Elsass bei Hélène und ihrem Mann Lionel de Roulet verbracht. Wir hatten eine wirklich familiäre Beziehung. Ich liebte sie sehr, sie waren für mich ein bisschen wie Großeltern. Als Simone de Beauvoir 1986 starb, hatte ich bereits den Plan, etwas zu schreiben. Aber erst als 2001 Hélène starb, sagte ich zu meinem Verleger: „Ich möchte schreiben, ich möchte die Geschichten dieser beiden Schwestern erzählen. Was sie für mich dargestellt haben. Das wird mein Abschiedsbrief sein.“ So war das. Ich bin natürlich nicht in der Position, das zu sagen, aber ich finde, es ist ein Buch, in dem man die Emotionen spürt, man spürt die Liebe, die Zärtlichkeit, man fühlt, dass ich sie geliebt habe.

Ich könnte mir vorstellen, dass es schwierig ist, ein Buch über Menschen zu schreiben, denen man so nahe stand wie sie den Schwestern Beauvoir.

An dem Tag, als ich mit dem Schreiben des Buches fertig war, war ich sehr traurig. Denn da waren sie wirklich tot. Ich habe über ein Jahr an dem Buch geschrieben und während dieses Jahres waren sie da. Mit diesem Buch wollte ich auch Hélène de Beauvoir einen Platz geben. Hélène war nämlich nicht sehr bekannt. Sie war eine begabte Malerin, aber sie hatte nicht viele Ausstellungen in Frankreich, eher in den USA und Japan…

Was bedeutet Simone de Beauvoir heute für Sie persönlich?

Simone de Beauvoir war toll für meine Mutter, aber sie war auch toll für mich, für meine Generation. Ich habe immer besonders ihre Memoiren gemocht. Denn in ihren Memoiren erzählt sie von ihren Reisen, ihren politischen Analysen, ihren Diskussionen, ihren Streits, ihrer Unterstützung Intellektueller, ihrem Kampf gegen die Diktatur, usw. Ich war ein Teenager, als ich die Memoiren las und ich sagte mir: „Ich möchte ein leidenschaftliches Leben haben wie Simone de Beauvoir.“

Claudine Monteils Augen strahlen. Das mit dem leidenschaftlichen Leben hat sie gut hinbekommen: Sie ist viel gereist, hat mehrere Posten als Diplomatin innegehabt, zahlreiche Bücher – darunter einige Biografien – geschrieben und scheint mit Ende 60 immer noch die Energie einer jungen Frau zu haben.

Haben Sie den Eindruck, dass Simone de Beauvoir für die jungen Frauen, die jungen Feministinnen, heute noch eine Rolle spielt?

Sie ist jetzt eher eine mythische Gestalt. Auch, weil die jungen Leute heute viel weniger dicke Bücher lesen – und Das andere Geschlecht ist ein dickes Buch! Was von den Jungen mehr gelesen wird, zumindest in Frankreich, sind die Memoiren einer Tochter aus gutem Haus. In der Schule liest man manchmal einen Ausschnitt aus Das andere Geschlecht. Also kennen die jungen Leute den Namen „Simone de Beauvoir“, aber nicht mehr. Momentan denkt man darüber nach, Beauvoirs Memoiren in den Éditions de la Pléiade (in der Klassiker vor allem der französischen Literatur veröffentlicht werden, Anm.) zu veröffentlichen – das würde ihr unter Lehrkräften einen Teil ihres Ansehens zurückgeben.

Das heißt, dieses Ansehen hat sie jetzt nicht?

Genau. Wissen Sie, viele Gymnasiallehrer, besonders die Männer, möchten nicht, dass über Simone de Beauvoir gesprochen wird. Sie hat immerhin Das andere Geschlecht geschrieben und einige können dieses Buch nicht ausstehen. Daher denke ich, Beauvoir hat heute weniger Einfluss – aber gleichzeitig bleibt sie eine mythische Gestalt. Ich denke, das, was sie gemacht, was sie gezeigt hat, ist immer noch im Zeitgeist.

Simone de Beauvoir wird fast immer als berühmte Feministin gesehen, und als nichts anderes. Sie haben ihre Memoiren und die verschiedenen Kämpfe erwähnt, die sie geführt hat.

Ja, sie hat sich auch für andere Themen eingesetzt! Sie hat sich zum Beispiel gegen den körperlichen Schmerz eingesetzt: In ihrem wundervollen kleinen Buch Ein sanfter Tod prangert sie die Tatsache an, dass man in Frankreich keine Schmerzmittel verschrieb, keine Morphine. Damals hörte niemand auf das, was sie sagte – es waren die 60er. Aber heute ist das in Frankreich ein großes gesellschaftliches Thema geworden. Ein anderes Beispiel: Als ich Simone de Beauvoir in den 60er traf, schenkte sie mir ihr neues Buch, das gerade erschienen war, Das Alter. Ein Meisterwerk! Es handelt von der Art und Weise, wie man ältere Menschen behandelt, quer durch die Zivilisation und die menschliche Geschichte hindurch. Dieses Buch ist heute sehr aktuell. Beauvoir hat also gesellschaftliche Themen angesprochen, sie hat gegen den Faschismus gekämpft, gegen alle Formen der Diktatur, für die Dekolonisierung, für die Befreiung der Frauen… Und da ist jetzt sehr aktuell – aber die Jungen wissen nicht unbedingt, woher das kommt. Es kommt daher, dass Simone de Beauvoir schon vor 40 Jahren Fragen gestellt hat.

In Claudine Monteils Bücherregal stehen die Werke Simone de Beauvoirs neben ihren eigenen, dicht an dicht. Viele der beauvoirschen Bücher sind zerlesen, als hätte jemand sie immer wieder in die Hand genommen, durchgeschaut, intensiv studiert.

Welches ist Ihr Lieblingsbuch von Simone de Beauvoir?

Ich würde sagen, jedes Buch hat mich persönlich berührt – ich habe sie gelesen, als ich sehr jung war. Man könnte also sagen, ich wurde mit diesen Büchern großgezogen. Aber die, die mich am meisten berührt und zu dem gemacht haben, was ich bin, sind die beiden Bände der Memoiren: In den besten Jahren und Der Lauf der Dinge. Denn ich habe mir gesagt: „Ich will ein leidenschaftliches Leben wie sie haben. Es ist möglich, weil sie es hat.“ Das hat mich ungeheur geprägt. Und ich bin immer noch davon geprägt. Ab und zu lese ich vor dem Einschlafen ein, zwei Seiten, das erinnert mich an meine Jugend. Und ich sage mir: „Merci, Simone de Beauvoir.“

Fotos: (c) Julia Korbik

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