Paris, je t’aime: Städtetrip mit Simone de Beauvoir #2

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Dort, wo Beauvoir zur Schule ging, ist heute nur noch ein Buchgeschäft. (c) Julia Korbik

Paris: die Stadt der Liebe… und die Stadt der Simone de Beauvoir. Heute: Die Schule Cours Désir.

Was: Privatschule Cours Désir

Wo: Rue Jacob 6

Mit fünfeinhalb Jahren wurde Simone de Beauvoir 1913 in die Privatschule Cours Désir geschickt. Hier wurden Töchter aus gutem Hause auf ihr Leben als Ehe- und Hausfrauen vorbereitet, die Erziehung war streng katholisch.

Das désir im Namen pflegte das Lehrpersonal desir („dösir“) auszusprechen – schließlich bedeutet désir soviel wie Begehren, und das ist so gar nicht christlich-keusch. Also versuchte man, den anrüchigen Begriff durch eine andere (falsche) Aussprache zu entschärfen. Benannt war die Schule nach Adeline Désir, die sie 1853 gründete.

Simone de Beauvoir freute sich auf den Schulbesuch und das damit verbundene Lernen – aber je älter sie wurde, desto weniger begeistert war sie vom Unterricht am Cours Désir. Beauvoir hatte mitbekommen, wie ihr Cousin Jacques über seine Ausbildung am Collège Stanislas sprach und spürte, dass den Jungen sehr viel mehr und vor allem sehr viel Wichtigeres beigebracht wurde. Ihre Lehrerinnen sah sie nur noch als „lächerliche Betschwestern“. Also nahm Beauvoir es zusammen mit ihrer besten Freundin Zaza selbst in die Hand, ihren Horizont zu erweitern: Sie lasen, diskutierten und entwickelten eigene Standpunkte.

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