Monday Musings #37

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Aus: de Beauvoir, Simone (1983): Pyrrhus und Cineas, in: de Beauvoir, Simone (1983): Soll man de Sade verbrennen? Drei Essays zur Moral des Existentialismus, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg

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Monday Musings #36

Zitat_SdB_36

Aus: de Beauvoir, Simone (1983): Pyrrhus und Cineas, in: de Beauvoir, Simone (1983): Soll man de Sade verbrennen? Drei Essays zur Moral des Existentialismus, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg

Oh, Simone! im Radio und Fernsehen

Was soll ich sagen: Die letzten Wochen waren etwas stressig, was vor allem am Internationalen Frauentag am 8. März lag, der jedes Jahr etwas trubelig ist.

Zwischen all den Terminen habe ich aber noch ein wenig Zeit gefunden, mich mit Shanli Anwar von Deutschlandfunk Nova in Eine Stunde Liebe über Simone de Beauvoir zu unterhalten. Die ganze Sendung kann hier nachgehört werden.

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Außerdem war ich am 8. März in der Kulturzeit auf 3sat zu Gast und habe mit Vivivan Percovic über den Weltfrauentag, Simone de Beauvoir und aktuelle Herausforderungen für den Feminismus gesprochen (es gibt sogar einen hübschen kleinen Einspieler zu Beauvoir!). Die Sendung kann hier angeschaut werden.

Bon anniversaire, Simone de Beauvoir!

Anniversaire

Heute, am 9. Januar 2018, wäre Simone de Beauvoir 110 Jahre alt geworden. Vor genau zwei Jahren ist außerdem der erste Artikel auf Oh, Simone! erschienen, im Dezember 2017 folgte dann das gleichnamige Buch. Es gibt also dreifach Grund zum Feiern! Simone selbst hätte sich wahrscheinlich einen guten Scotch genehmigt. Wer mag, kann also virtuell (oder real) auf sie anstoßen – und dazu noch einmal ein paar Texte über Simone de Beauvoir lesen. Voilà, eine kleine Leseliste, inklusive der beliebtesten Blog-Texte.

Man wird nicht als Beauvoir-Anhängerin geboren, man wird es

35 Dinge, die ihr über Simone de Beauvoir noch nicht wusstet

Simone de Beauvoir für Anfängerinnen und Anfänger

Ein Pakt für die Freiheit: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre (Teil 1 und 2)

Briefe an Sartre: Die 15 schönsten Liebesbekundungen von Simone de Beauvoir

Briefe an Simone de Beauvoir: Die 15 schönsten Liebesbekundungen von Jean-Paul Sartre

Fleiß und Disziplin: So sah Simone de Beauvoirs Tagesablauf aus

Claudine Monteil: „Ich möchte ein leidenschaftliches Leben haben wie Simone de Beauvoir“

Simone de Beauvoir: Die Philosophin, die keine sein wollte

Und auch noch was zum Hören: Ein Interview über Oh, Simone! im Deutschlandfunk.

Bild: CC BY-NC Flickr/Kristine

Literatur-Schnellcheck: Die Mandarins von Paris (1954)

Literatur-Schnellcheck

Intellektuelle Irrungen und Wirrungen – darum geht es in Simone de Beauvoirs preisgekröntem Roman.

Worum es geht

Um die Dilemmata, vor denen französische Intellektuelle nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1940er Jahren stehen. Hauptpersonen sind der Journalist, Schriftstelle und ehemalige Widerstandskämpfer Henri Perron und die Psychoanalytikerin Anne Dubreuilh. Anne ist mit dem berühmten – um die 20 Jahre älteren – Philosophen Robert Dubreuilh verheiratet und hat mit ihm eine erwachsene Tochter, Nadine. Dazu gesellt sich ein buntes Potpourri an Nebencharakteren. Eine der Hauptkonfliktlinien verläuft zwischen Henri und Robert: Henri möchte seine politische und intellektuelle Unabhängigkeit bewahren, Robert ihn und seine Zeitschrift Espoir jedoch für sein Projekt einer unabhängigen nichtkommunistischen Linken gewinnen. Anne stellt derweil fest, wie einsam und unglücklich sie in der Beziehung mit Robert ist und stürzt sich in eine Affäre.

Worum es wirklich geht

Um Gewissenskonflikte, um den Zwiespalt zwischen Denken und Handeln, um Engagement, um Authentizität und darum, das ‚Richtige‘ tun zu wollen.

Was das Buch lesenswert macht

Die Mandarins ist Simone de Beauvoirs dichtester und epischster Roman. Hier wird eine ganze Epoche lebendig, wird man hineingezogen in das Pariser Intellektuellen-Milieu, nimmt man Teil an Streits, Diskussionen und Affären. Das Beste an dem Roman ist, dass er mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt.

Insiderwissen

Als Die Mandarins 1954 erschien, erhielt Simone de Beauvoir dafür noch im gleichen Jahr den prestigeträchtigen Prix Goncourt. Der Roman wird oft als Schlüsselroman gelesen, in dem die Charaktere real existierenden Personen entsprechen: Jean-Paul Sartre ist angeblich Robert Dubreuilh, Albert Camus angeblich Henri Perron, und so weiter. Beauvoir selbst hat sich gegen solch eine Lesart ihres Romans immer gewehrt – auch wenn sie ihrem Geliebten Nelson Algren schrieb, sie habe „eine Menge Figuren erfunden, die uns repräsentieren sollten.“

Zum Zitieren

„In einem gekrümmten Raum lässt sich keine gerade Linie ziehen“, sagte Dubreuilh. „Man kann kein korrektes Leben in einer Gesellschaft führen, die nicht korrekt ist. Man stößt immer wieder an, auf der einen oder der andern Seite. Wieder so eine Illusion, die wir ablegen müssen“, schloß er. „Es gibt kein persönliches heil.“ Henri sah Dubreuilh unsicher an. „Was bleibt uns dann noch übrig?“ „Nicht viel, glaube ich“, sagte Dubreuilh.